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24.10.2008- Wenn Menschen Selbstverständlichkeiten zu sehr betonen.
Ja, mit diesen Phänomen beschäftige ich mich schon länger. Ich beobachtete, gerade solche Menschen sind bei ihren Lieblings-Betonungen gar nicht so überzeugend.
Nehmen wir als ein Beispiel den Familienvater, der ungefragt darüber spricht, dass ihm das wichtigste die Familie sei. Wieso hat er das Bedürfnis darüber zu sprechen ohne danach gefragt zu werden? Meine Beobachtungen darüber sind leider etwas konträr. Die meisten von ihnen müssen diese betonende Aussage machen um sich etwas einzureden, was sie so gar nicht empfinden. Nur, die Betroffenen werden meine Zeilen verstehen und, natürlich habe ich dafür Verständnis, dass sie nicht bejaht werden können.
Sobald ein Familienmitglied immer öfter und ungefragt von sich behauptet, wie wichtig die Familie für ihn ist, ist Achtung angesagt. Meistens wird dieser Umstand von plötzlichen Trennungen. Depressionen oder Unzufriedenheit gefolgt, womit die restlichen Familienmitglieder erstmal hilflos und erstaunt überfordert werden. So nach und nach erinnert man sich an die Signale, die damals in Form von liebevollen Äußerungen gesendet wurden.
Nächste Beispiel betrifft die so genannten Gutmenschen. Sie versäumen keine Gelegenheit die Menschlichkeit oder, dass der Mensch immer im Vorfeld zu sehen ist, zu betonen und in den Vordergrund zu stellen. Während sie sich euphorisch rein steigern und immer mehr Eigenbeweise dazu liefern, verkleinern sie ihre Welt und lassen nur mehr solche rein, die dieser Betonung applaudieren, mit Eigenerfahrungen ergänzen und mit konträren Gegenbeispielen aufwerten.
Solche Personen sind überwiegend in der gesellschaftlichen „Mittelschicht“ zu treffen, die darunter leiden, nicht zu „Oberschicht“ zu gehören und, deshalb sich zur „Unterschicht“ als „Menschenfreund“ präsentierend ihre Minderwertigkeitskomplexe kompensieren. Sie sind im Grunde genommen große Materialisten mit mäßigen gesellschaftlichen Erfolgen, die sich immer wieder mit gefühlvollen Texten oder Zitaten brüsten und damit zeigen wollen, wie unwichtig es sei, dass Menschen im Grunde genommen Erfolg haben wollen, wo die Natur um einen so viele schöneres kostenlos anbietet. Sie zitieren die schönsten Passagen von Fremdwerken oder schreiben selbst zu solchen Marginalien.
Dann gibt es die fanatischen Gerechtigkeitsfanatiker, die ihre von sich selbst begangenen Fehler bez,. Lebensplanung nur anderen zuschreiben und sich Verbündete gegen diese „unmenschlichen Ungerechten“ suchen. Diese übernehmen auch die Argumente von Gutmenschen und zeigen sehr gerne, wie menschenfreundlich sie selbst sind, währen sie hassvoll gegen andere richten und dafür Zustimmung erwarten. Sie betreiben ihre Hass- Kampagne mit großem Elan und machen diese zu ihrem Lebenswerk.
Eine andere besondere Gruppe Menschen sind die Überheblichen, die sich selbst, obwohl auch in der gesellschaftlichen „Mittelschicht“ befindend, sich im Schatten von „Erfolgreichen“ sonnend über die anderen lächeln. Sie haben meist ein überzogenes und unrealistisches Selbstwertgefühl, aber sie reden sich erfolgreich ein, zu einer Gruppe zu gehören in der sie höchstens nur die Funktion des Zuschauers haben.
Solche Phänomene sind seit Jahrtausenden zur Normalität geworden, so dass Menschen sie als solchen gar nicht mehr wahrnehmen. Wohl bekriegen die obigen Gruppen sich und versuchen die anderen als Heuchler, Fantasten, Menschen verachtende Zeitgenossen zu outen, aber im großen und ganzen haben sie alle ihren eigenen Verbündeten und können dadurch ihre behauptete „Position“ immer verteidigen.
Ich muss an dieser Stelle Friedrich Nietzsches „ Menschliches Allzu Menschliches “anerkennend loben.
Wie oft wird man im Alltag mit solchen Phänomenen konfrontiert und wenn man nicht aufpasst, von solchen überrannt, überrollt und befangen genommen werden kann. Dann ist man schnell in einer Beschäftigungstherapie gelandet und merkt nicht mal, wie man sich in Dinge rein steigert, die einem wertvolle Zeit kosten und nur mehr Phrasen dreschen lassen.
Immer wenn Änderungen -ob ungewohnt positiv oder negativ- im Verhalten auftreten, ist erstmals Vorsicht angesagt!
Tedora- 16.09.2008
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Gedanken sind Frei, Menschen nutzen sie aber nicht immer, es
wird lieber Schubladenmässig und kollektiv geheuchelt.
Herzlichst,


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